London Calling

August 27, 2010

Einer der Gründe, weshalb ich so selten blogge, ist sicher ein zu hoher Anspruch an mich selbst. Ich will immer den perfekten Blogeintrag verfassen – locker, witzig, unterhaltsam. Am besten eine kleine Anekdote aus meinem Alltag. Doch irgendwie ereignen sich in meinem Leben nicht so viele abgeschlossene Ereignisse, die ich hier als kurze Geschichtchen zusammen fassen könnte. Es sind eher so einzelne Eindrücke, Erlebnisse ohne größeren Zusammenhang, die ich in den letzten drei Monaten gesammelt habe. Deshalb hier nur ein stichpunktartiges Auf-den-neuesten-Stand-bringen.

Turkey
Diesen Sommerurlaub verbrachte ich zum ersten Mal in der Türkei, nahe der Stadt Fethiye im Südosten. Höhepunkte waren: Die schneeweißen Kalkbecken von Pamukkale bei Sonnenuntergang, eine Schaummassage in einem türkischen Bad, ein Tagesausflug mit dem Boot zu kleinen Mittelmeerinseln mit Bade-Pausen, in denen wir direkt vom Boot ins Wasser springen und schwimmen konnten, und einmal auf dem Markt beim Gewürzkauf vom Händler so richtig übers Ohr gehauen zu werden.

Sunderland
Ich bin bei meinem Projekt 4 stone – 28 Kilo verlieren in einem Jahr – einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Besser gesagt waren es ein paar tausend Schritte, die ich in für meine Verhältnisse gar nicht so üblen Zeit von 1 Stunde, 5 Minuten und 5 Sekunden. Nach dem Zehnkilometerlauf in Sunderland, einer mittelgroßen Stadt nicht weit von Newcastle, war ich sehr zufrieden mit mir, aber auch sehr froh, dass ich keinen Halbmarathon gelaufen bin. Dafür hätte die Kondition noch nicht gereicht. Gewichtstechnisch bin ich noch lange nicht da, wo ich um diese Zeit im Jahr eigentlich laut Plan sein müsste, aber ich fühle mich schon fitter als letztes Weihnachten. Und ich versuche wenigstens zwei Mal die Woche in den “Health Club”, wie sie die Muckibuden hier nennen, zu gehen, schon allein aus schlechtem Gewissen wegen dem vielen Geld, das die Mitgliedschaft kostet.

Newcastle
Newcastle United spielen ab dieser Saison in der Championsleague. Beim ersten Spiel haben sie 6:0 gewonnen. Nicht dass ich zum Fußballfan geworden wäre. Aber die dutzenden Fans in schwarz-weiß-gestreiften Trikots in der Metro an einem Samstagnachmittag, sie werden mir fehlen. Wie auch Newcastle, der liebenswerte Menschenschlag hier oben im Nordosten und das Meer. Denn im September ziehen wir um nach

London
Jennie hat einen Job in London angenommen, bei einer ziemlich großen Firma, ein ziemlich guter Job. Und ich hab in London sicher auch bessere Chancen als hier in Newcastle, auch wenn ich schon ein paar Absagen einstecken musste. Dennoch hatte ich eine kleine Träne im Knopfloch, als alles in Sack und Tüten war. Ich hatte mich gerade so ein bißchen an das Leben hier oben gewöhnt, und überhaupt gelten meinen Sympathien immer den Unterschätzten, den leicht schmuddeligen Perlen. Nun denn, London is calling. Viele meiner deutschen Freunde werden das gerne hören, denn so ergibt sich bald eine günstige Übernachtungsmöglichkeit für Shopping-Trips in die Oxford Street. Newcastle stieß ja da nicht auf so viel Interesse.
Den Namen meines Blogs werde ich aber vorerst nicht ändern.

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